Wintercheck: Von Reifen bis Scheibenwischer

Auch wenn es manch einer nicht wahrhaben will: Bald kommt der Winter und mit ihm kältere Temperaturen und Schnee. Rund ums Auto erfordert diese Zeit des Jahres einen Mehraufwand.
In der Küssnachter Lokalzeitung vom 17. Oktober wurde nachgefragt wie man sein Fahrzeug auf den Winter vorbereiten soll. Peter Reichlin jun. gab Auskunft.
Diverse Garagisten bieten Kontrollen an, um das Fahrzeug zu überprüfen. «Unser Wintercheck umfasst alles in allem etwa 15 Punkte», erklärt Peter Reichlin jun. von der Garage Reichlin. Die wichtigsten Kriterien dabei seien der Zustand der Reifen, der Wischblätter, der Batterie und der Frontscheibe. Ausserdem werde die Beleuchtung, die Flüssigkeiten und der Türgummi geprüft. Letzterer kann nämlich bei tiefen Temperaturen festfrieren und die Tür lässt sich nicht mehr öffnen. Neben diesen Checks wären da ja noch die Winterreifen. Diese brauche es nicht nur bei Schnee, betonte Reichlin. Winterreifen sollten laut Faustregel von Oktober bis Ostern an den Rädern sein. Tiefe Temperaturen würden die Sommerfinken verhärten. «Die Gummimischung, die man im Winterpneu hat, bietet auch bei tiefen Temperaturen auf normalem Teer eine viel bessere Haftung.»
Je nach Bedürfnis andere Reifen
Winterpneu ist nicht gleich Winterpneu. Zum einen sind die Typen von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Die einzelnen Anbieter unterscheiden sich bei ihren Produkten, dann weiter in Preis und Profil. Entscheidend sei für den Kunden, so Reichlin, dass der Reifen auf die Bedürfnisse zugeschnitten ist. Einige brauchen das Auto schliesslich nur ‹für is Dorf›, andere fahren jedes Wochenende in die Berge. Von Gesetz her vorgegeben sind 1,6 Millimeter Profil. Reichlin: «Empfohlen werden im Winter aber vier Millimeter.» Er rät die Winterreifen alle vier bis fünf Jahre durch neue auszutauschen. Gegen den eigenständigen halbjährlichen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt, weist er auf zwei heikle Punkte hin. Zum einen verfügen moderne Autos über Reifendrucksensoren. Die Garagen verfügen über Diagnosegeräte, die ermitteln welchen Code welches Rad besitzt. Diese Information wird dann im Steuergerät des Autos hinterlegt. Auch heikel ist der Anzugsdrehmoment des Rades. Zieht der Hobby-Reifenwechsler das Rad zu fest an, könne dies eine Schraube beschädigen. Oft wird dieser Schaden aber erst beim nächsten Wechsel konstatiert. Wird das Rad zu schwach angezogen, könne sich dieses lösen, was bei einem Auto auch nicht gerade von Vorteil ist.
Keine Winterreifen-Vorschrift
Peter Reichlin junior spürt grundsätzlich eine Abnahme von Unfallschäden, was auf die besseren Autos und ihre Assistenzsysteme zurückzuführen sei. Jedoch sagte er: «Im Winter gibt es etwas mehr kleinere Kollisionen.» Wenn solche Unfälle auf das Fehlen von Winterpneus zurückzuführen sind, kann es für die Beteiligten rechtliche Konsequenzen geben. Ansonsten gibt es in der Schweiz aber keine Vorschriften für Winterreifen. Seitens der Kantonspolizei Schwyz wurde bestätigt, dass bei Kontrollen höchstens auf die Reifen hingewiesen wird. Vielmehr achten sich die Ordnungshüter aber auf freie Sicht durch Spiegel und Fenster, sowie auf schnee- und eisfreie Dächer.
zum Artikel

Text von Von Mateo Landolt
geposted am 17.10.2017